Klassifizierung

Ähnlich wie bei Automobilen gibt es auch bei Traktoren ein Klassifizierungssystem. Wenn die Verkäufer ihr Produkt objektiv bewerten, kann eine Kassifizierungsziffer schon ein guter Anhaltspunkt sein.
Oldtimernote 1. Der Traktor befindet sich im absoluten Spitzenzustand - quasi wie neu. Dies bedeutet: Originalzustand und fachgerecht restauriert, keinerlei Mängel an Technik und Optik, komplette Historie, keine früher nicht üblichen Umbauten oder Tuningmaßnahmen. Getunte oder individuelle Nachbauten können, auch wenn sie perfekt ausgeführt wurden, genauso wenig wie ein überrestaurierter Bulldog mit goldenen Schrauben, Klimaanlage und CD-Player jemals die Oldtimernote 1 erhalten.
Oldtimernote 2. Der Traktor ist nahezu makellos und in gutem Zustand, original und fachgerecht restauriert, mängelfrei, weist allenfalls leichte Gebrauchsspuren auf, überrascht nicht mit fehlenden Teilen, hat aber auch keine, früher nicht gebräuchlichen, zusätzlich montierten Extras ( mit Ausnahme der durch StVO oder Berufsgenossenschaft verlangten Zusatzausstattungen wie etwa Blinker oder Überrollbügel ). Der Traktor ist fahrbereit und einsetzbar.
Oldtimernote 3.
Der Traktor zeigt sich im gebrauchten Zustand,
weist normale altersbedingte Gebrauchsspuren
und feine Patina auf, hat kleinere Mängel, ist aber
voll fahrbereit und einsetzbar - ebenso fallen keine
Durchrostungen auf und es sind keine dringenden
Arbeiten erforderlich. Es handelt sich also um
gepflegte Schlepper, denen man ruhig ansehen darf,
dass sie schon auf dem Bauernhof gearbeitet haben.
Traktoren mit der Oldtimernote 3 werden bei den
Sammlern immer beliebter. Viele Traktorliebhaber
sind der Auffassung, dass man einem alten Schlep -
per ruhig ansehen darf, dass er beim Bauern schon
hart arbeiten musste. Für sie ist die Patina und eine
funktionierende Technik reizvoller als frische Farbe.
Oldtimernote 4.
Der Traktor weist einen stark gebrauchten bis verbrauchten
Zustand auf, ist eventuell teilrestauriert und nur bedingt fahr-
bereit. Es werden sofortige Reperaturen für die TÜV-Abnahme
und diverse Schweißarbeiten notwendig. Des Weiteren rostet
das Gefährt leicht bis mittelschwer, Teile können fehlen oder
defekt sein. Insgesamt ist das Gefährt aber noch leicht zu
reparieren oder zu restaurieren.
Oldtimernote 5.
Der Traktor erweist sich als restaurationsbedürftig, nicht fahrbe-
reit und es sind sehr viel Arbeit und größere Investitionen notwendig,
da auch Teile fehlen - Maschinen also, die sehr viel Zeit, Liebe, Geld
und einen guten und gedulgigen Restaurator benötigen.
Oldtimernote 6.
Der Traktor ist nahezu schrottreif, in nicht restaurierungsfähigem
oder restaurierungswürdigem Zustand und eigentlich nur noch als Teile-
träger nutzbar. Der Aufwand für eine Restaurierung wäre bei einem
solchen Schlepper - wenn überhaupt möglich - unverhältnismäßig hoch.
Wer sich einen Traktor mit den Oldtimernoten 5 oder 6 anschafft,
sollte sich darüber im Klaren sein, dass sehr viel Arbeit und finanzielle
Aufwendungen anfallen, wenn man so einen Teil restaurieren will. Wer
aber Platz zum Abstellen hat, findet sicher noch das eine oder andere
Ersatzteil zum Gebrauch oder um es zu verkaufen.
Quelle:
Schrauber - Handbuch Traktor - Oldtimer
Autor: Wilfred Gehr
Bezug über Buchhandel oder GeraMond Verlag
GeraMond, www.geramond.de
Die Noten - Definition für Autos
Note 1.
Makelloser Zustand. Keine Mängel anTechnik, Optik und Historie
( Originalität ). Ein Fahrzeug der absoluten Spitzenklasse. Wie
neu ( oder besser ). Sehr selten!
Note 2.
Guter Zustand. Original oder fachgerecht restauriert. Mängelfrei,
aber mit leichten Gebrauchsspuren. Keine fehlenden oder zusätzlich
montierten Teile ( Ausnahme: Wenn es die StVZO verlangt ).
Note 3.
Gebrauchter Zustand. Normale Spuren der Jahre. Kleinere Mängel,
aber voll fahrbereit. Keine Durchrostungen. Keine sofortigen
Arbeiten notwendig. Nicht schön, aber gebrauchsfähig.
Note 4.
Verbrauchter Zustand, eventuell teilrestauriert. Nur bedingt fahrbereit.
Sofortige Arbeiten notwendig. Leichtere bis mittlere Durchrostungen.
Einige kleinere Teile können fehlen oder defekt sein. Aber: immer noch
relativ leicht zu reparieren und zu restaurieren.
Note 5.
Restaurierungsbedürftiger Zustand. Nicht fahrbereit. Schecht
restauriert eventuell auch teilweise oder komplett zerlegt. Größere
Investitionen notwendig, aber immer noch restaurierbar.
Fehlende Teile.
Note 6.
Das Auto ist nahezu schrottreif,
in nicht restaurierungsfähigem Zustand.
Der Aufwand für eine Restaurierung wäre bei einem solchen
Auto - wenn überhaut möglich - unverhältnismäßig hoch.
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Restaurierungs - Tipps
Tank abdichten. Manchmal sind Tanks an kleinen Stellen ( oft infolge von Vibrationsschäden ) undicht. Zur Reparatur bieten sich 3 Verfahren an: Schutzgasschweißen, Weichlöten und Kaltmetall. Schutzgasschweißen und Weichlöten ist schwierig und nicht ganz ungefährlich ( ist der Tank nicht ganz von den Benzindämpfen oder Diesel entleert, kann einem das Ganze um die Ohren fliegen ! ). Es sollte daher von einem Fachbetrieb überlassen werden. Kaltmetall dagegen ist einfach zu verarbeiten und gefahrlos. Gute Erfahrungen haben wir mit dem LOCTITE - Kaltmetall gemacht. Dazu wird die betroffene Stelle metallisch blank geschliffen und dann mit Aceton entfettet. Dann wird das Kaltmetall aufgestrichen. 5 undichte Stellen an einem Oldtimer - Tank wurden damit abgedichtet und es hält schon über 3 Jahre.
Zylinder schwärzen. Auf dem Zylinder ( und bei schwarzem Auspuff ) hält auch 650 - Grad - Lack nicht lange. Gute Erfahrungen wurden gemacht mit einer Mischung aus Speiseöl ( das billigste Olivenöl ! ) und Schwarzpaste für Elektro - Kochplatten ( gibt`s im Haushaltswaren- geschäft ). Beides wird im Verhältnis 1:1 miteinander verrührt und dann mit einem langborstigen Pinsel aufgetragen, am besten bei noch handwarmem Zylinder. ( es muß schon ein ,,Industrie´´- Heißluftfön sein nicht ein Fön aus dem Badezimmer ). Bei der nächsten Fahrt raucht es zwar etwas, aber die Mischung brennt sich ein. Je öfter man eine solche Behandlung macht, umso dunkler wird der Zylinder. Motor - und Getriebeöl. Als Motorenöl verwendet man für Oldtimer ohne Ölfilterung Aral "Motanol GM 150". Hierbei handelt es sich um ein unlegiertes Öl, welches für Motoren ohne Ölfilterung bevorzugt werden sollte. Dieses Öl gibt´s allerdings nicht an der Tankstelle, sondern in 20 - Liter - Gebinden im Großhandel. Dafür kostet es dann aber auch nur ca. 3 EUR pro Liter. Das Getriebe wird bei Oldtimern oft mit Fließfett befüllt. Dieses gibt`s beim Landmaschinenhändler. Schrauben. Soweit noch zu retten, arbeite mann alte Schrauben auf und lasse sie neu vernickeln bzw. verchromen. Ansonsten werwende mann Edelstshlschrauben, die mann in die Ständerbohrmaschine einspanne und so gegen eine darunter fixierte Feile laufen lasse. Damit wird die unpassende Beschriftung entfernt und zugleich erhält der Schraubenkopf Drehriefen wie beim Original. Durch eine anschließende Politur kommt das Ganze dem Original ziemlich nahe. Dichtungen herstellen. Dichtungen kann man selbst herstellen, indem die Dichtfläche mit Stempelfarbe benetzt wird und anschließend das Motorenteil auf das Dichtungspapier angedrückt wird. Anschließend wird das ganze mit einer Schere ausgeschnitten sowie die Löcher mit Locheisen ausgestanzt. Dichtungspapier gibt`s oft bei Firmen für technischem Bedarf, z.B. Korrosionsschutz - Depot, www.korrosionsschutz-depot.de oder für PKW - Zubehör. ,,blinde" Reflekoren aufarbeiten. Scheinwefer - oder Blinkerreflektoren sind oft über die Jahre angelaufen und matt. Man bekommt sie mit einer Mischung aus TALKUM ( gibt's für ein paar EUR in der Apotheke oder Drogerie ) und Fahrradöl ( harz - und säurefrei ) wieder glänzend. Dazu beides mischen, so dass ein mehlartiger Brei entsteht. Mit einem weichen Lappen wird der Reflektor damit vorsichtig poliert. Motorgehäuse reinigen. Viele Restauratoren machen es sich einfach und lassen ihre Motorengehäuse glasstrahlen. Wir sehen dies aber nur als allerletztes Mittel an, weil es künstlich aussieht. So hat das Motorgehäuse eines Oldtimer auch im Neuzustand nie ausgesehen ! Deshalb versuchen wir, ein Motorgehäuse so gut wie möglich zu reinigen. Ein Patentrezept dazu haben wir nicht, aber mit folgenden Mitteln habe wir gute Erfahrungen gemacht: ( Kaltreiniger ,,S 100", Biodiesel,Waschbenzin und Backofenreiniger. Die beste Wirkung hat der Backofenreiniger ). Mit Hilfe aller möglichen Pinsel, Schaber u.ä. bekommen wir so noch jedes Gehäuse sauber. Zum Schluss lässt sich das Ergebnis mit Aceton noch verbessern. Das alles ist zwar zeitaufwendig und manchmal verbleibt noch etwas Patina, aber das Ergebnis ist die Mühe wert. wofür Backofenspray gut ist... Letzthin wollten wir den Zylinder einer Maschine reinigen und neu lackieren. Da es sich hier um einen Alu - Zylinder handelt, wollten wir ihn nicht glasstrahlen lassen. Den alten Dreck ( Teerflecken, festgebranntes Öl usw. ) bekamen wir mit Kaltreiniger aber nicht weg. So versuchten wir es mit ,,K2R"- Backofenspray: was für Festgebackenes im Ofen taugt, sollte für den Motor auch nicht schlecht sein. Wir sprühten den Zylinder mit dem Zeug ein und durch die schäumende Wirkung kam es auch in den letzten Winkel. Als wir den Zylinder nach einem Tag mit Wasser abspritzten, bekamen wir zuerst mal einen Schreck: das Backofenspray hatte nicht nur den Dreck vollständig entfernt, sondern die alte Farbe gleich mit ! Der Zylinder sah aus wie frisch gestrahlt, was uns dann natürlich gleich recht war: er wurde sofort neu lackiert. Also: Backofenspray nehmen für festgebackenen Dreck und zum Abbeizen. Die Wirkung wird durch leichtes Erwärmen (Heißluftfön) des Teils noch verbessert. Die abbeizende Wirkung ist aber nur leicht; mehrschichtigen Lack entfernt das Backofenspray nicht. Dafür entschädigen die geringen Kosten: ca 3 EUR pro Dose.
